Der 3D-Druck als disruptive Technologie – Richard Hagl von der Phaenom GmbH liefert bei Workshop Antworten

| 3. August 2017 | Christian Herrmann

Sie sind aus vielen industriellen Arbeitsprozessen kaum noch wegzudenken: 3D-Drucker ©Pixabay

Die 3D-Drucktechnologie hält in immer mehr Bereiche der Wirtschaft Einzug und ist aus vielen Arbeitsprozessen und Produktionstechniken nicht mehr wegzudenken. Doch noch immer herrscht bei vielen Unternehmern Unsicherheit über Chancen und Risiken dieser technologischen Entwicklung. Richard Hagl von der Phaenom GmbH brachte im Rahmen eines von der Hochschule Neu-Ulm unter dem Titel 3D-Druck — Eine potentiell disruptive Technologie! durchgeführten Workshops das anwesende Fachpublikum auf den aktuellen Stand der Entwicklung.

Mittelpunkt der von der HNU – University of Applied Sciences durchgeführten Veranstaltung waren der 3D-Druck und seine Auswirkungen auf die Wirtschaft. Im Rahmen des eintägigen Workshops hielt auch Richard Hagl, Gründer und Geschäftsführer der Münchener Phaenom GmbH einen Vortrag zum Thema. Unter dem Titel 3D-Druck für Unternehmer, technische Möglichkeiten und unternehmerische Betrachtungen referierte er über die sich unter dem Eindruck der neuen Technologie wandelnden Geschäftsmodelle von Unternehmen.

Der Autor des Buches »Das 3D-Druck-Kompendium: Leitfaden für Unternehmer, Berater und Innovationstreiber« (Springer-Verlag, 2. Auflage, 2015) zeigte auf, inwieweit der 3D-Druck bestehende Geschäftsmodelle beeinflusst und für die Entstehung gänzlich neuer Geschäftsfelder sorgt. Den Teilnehmern wurde dabei auf anschauliche Weise dargelegt, wie sie die Chancen des 3D-Drucks effizient, zum richtigen Zeitpunkt und gewinnbringend nutzen können. Denn die Fokussierung auf den 3D-Druck nur um der Technik willen bringt nach Aussage des Technologie-Experten wenig, denn für Richard Hagl „ist ein Produkt stets nur so gut wie das dahinterstehende Geschäftsmodell.“

Dabei sind die Vorteile der Technik offensichtlich: Sie erlauben eine effektive Produktion auch kleinster Stückzahlen, weshalb der 3D-Druck prädestiniert für die Herstellung von Prototypen und Kleinserien ist. Darüber hinaus ermöglicht der 3D-Druck eine hohe Bauteilkomplexität, die mit anderen Verfahren nur schwer oder gar nicht gefertigt werden können.

Weitere Bestandteile der Veranstaltung waren die praxisnahe Vorstellung von Unterschieden und Funktionalitäten der diversen 3D-Druckverfahren, wie beispielsweise Stereolithografie oder Selective Laser Melting. Auch die juristische Behandlung des 3D-Drucks wurde thematisiert, wobei ein Fokus auf Fragen zur Einhaltung von Copyrights und der Produkthaftung lag. Auch dies trug dazu bei, dass der Workshop den Teilnehmern viele neue und nützliche Erkenntnisse mit auf den Weg geben konnte.