VR-Erlebnis bei „Wings for Life“-Lauf

| 17. Mai 2017 | Christian Herrmann

Wie in vielen andren Städten fand auch in München am 7. Mai der bereits 4. Wings for Life-Lauf  statt, mit dem Spendengelder für die Rückenmarksforschung gesammelt werden. Zeitgleich gingen in 58 Ländern die über 155.000 Läufer an den Start.

Die Besonderheit des Wings for Life-Runs ist, dass die Teilnehmer keine feste Strecke zurücklegen, sondern so lange laufen, bis sie von einer beweglichen Ziellinie in Form des sogenannten Catcher Cars eingeholt werden.

In diesem Jahr wurde der Lauf von einer besonderen Aktion des Ultrarunners und Triathleten Moritz auf der Heide begleitet: Er absolvierte sein Rennen mit einer 360 Grad Kamera, die den Lauf live als emotionales Virtual Reality-Erlebnis auf die VR-Brille seines querschnittsgelähmten Freundes Michael Wiese in Hamburg übertrug. Unter dem Motto „Michi, I run VR you!“ bot er seinem Freund auf diese Weise ein unvergessliches Erlebnis und ließ ihn das Event auf virtuellem Wege selbst als Läufer miterleben.

Der begeisterte Sportler war beim letztjährigen Agency Cup, einem Fußballturnier für Sportler aus der Werbe- und Medienbranche, schwer verunglückt. Die Schock-Diagnose: Querschnittslähmung. Um dem Patienten ergänzende Reha-Maßnahmen wie tägliche Ergo- und Physiotherapie, Massagen und Bäder zu finanzierten, wurde die Crowdfunding-Aktion „Make Michi move“ ins Leben gerufen. In diesem Rahmen kamen 30.000 Euro zusammen. Dank ihrer Hilfe und dem festen Willen Michael Wieses gelang eine stetige Verbesserung seines Gesundheitszustands.

Wiese selbst sagte zu diesem hoch emotionalen VR-Erlebnis: „Das war beeindruckend! Meinen Sports- und Kampfgeist übertrage ich derzeit auf meine Therapie. Das Event so hautnah mitzuerleben, ist für mich etwas ganz Besonderes und lässt sehr viele Emotionen in mir aufsteigen. Eine tolle Idee, die mich sehr berührt hat!“

Die Virtual-Reality-360-Grad-Live-Übertragung des Laufes zeigt, welche Möglichkeiten in dieser digitalen Präsentationsform liegen. So könnten künftig Sportler wie Radfahrer, Drachenflieger oder beim Einsatz wasserdichter Kameras auch Taucher bisher nicht gekannte Aufnahmen voller Emotionen an ihre Fans übertragen, die dem Geschehen mit ihren VR-Brillen live und in 3D beiwohnen können.

360-Grad-Film als Multiscreen-Erlebnis

Eine breitflächige Ausstrahlung eines solchen Schauspiels als Multiscreen- Sharelösung ist mit der von der Münchner Phaenom GmbH entwickelten EMC-Technologie möglich. Diese schafft die parallele Einbindung beliebig vieler Nutzer in das virtuelle Erlebnis, wobei jeder User den Handlungsablauf weiterhin individuell gestalten kann, indem er beispielsweise den Blickwinkel der Kamera steuert.

Damit Interessenten ohne VR-Brille ebenfalls in den Genuss des Erlebnisses kommen, werden die virtuellen Reisen live auf externe Monitore, Tablets oder Desktopcomputer und Notebooks übertragen. So können die 360-Grad-Filme ortsunabhängig geteilt und von anderen Zuschauern nachvollzogen werden. Die Technik erlaubt zudem, individuelle Erlebnisse auf anderen Mixed Reality-Systemen wie beispielsweise Microsofts HoloLens für andere Betrachter in 3D sichtbar werden zu lassen.

 

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